Liebe Leserin, lieber Leser des Artikels „Waldorfschule: Aufruf zur Demokratie“,
herzlichen Dank für Ihr / Dein Interesse am Beitrag und an den weiterführenden Gedanken zu den Themen des Artikels.
Wir freuen uns über Mitdenker und Mitmacher, denen Demokratie – in Schulen wie in der Gesellschaft – ein Anliegen ist.
Silke Hohmuth
Kunst des Sozialen
Nachstehend finden sich einige Ideen, mit denen sich die Initiative Waldorfeltern zum Teil bereits länger beschäftigt – und die nun, angestoßen durch einen aktuellen Anlass, gemeinsam mit Partnern weiter bewegt, vertieft und auch bereits praktisch umgesetzt werden.
Die Initiative Waldorfeltern bewegt Fragen unserer Zeit – und sucht Lösungsansätze in den Ideen Rudolf Steiners.
Im Rahmen unserer Elternschule geben wir Impulse, vernetzen Akteure, zeigen Gelingensbeispiele aus der Waldorfwelt und gestalten eigene Dialog- und Werkstattformate für Eltern, Lehrpersonen und Mitarbeitende an Waldorfschulen.
Für die Oberstufe gestalten wir gemeinsam mit Lehrpersonen praxisnahe Formate zu sozialen Zukunftsthemen mit Expertise aus Elternschaft und Gesellschaft.
Im Sinne von Rudolf Steiners Philosophie der Freiheit fördern wir eigenständiges Denken, verantwortliches Handeln und den Mut, gesellschaftliche Fragen aktiv mitzugestalten – im Austausch mit Persönlichkeiten aus der Stadtgesellschaft und engagierten Eltern aus verschiedenen Praxisfeldern.
Aufruf zur Demokratie – unsere Impulse:
✦ 1. Selbstverwaltung
a. Lernimpulse zur Selbstverwaltung
Für Menschen in den Schulgemeinschaften bieten wir Lernformate an, um ein grundlegendes Verständnis der Dreigliederung des sozialen Organismus zu entwickeln – als tragfähige Basis für eine zeitgemäße und partizipative Selbstverwaltung.
In dieser Reihe kommen verschiedene Impulsgebende zu Wort, um die Vielfalt von gelebter Selbstverwaltung sichtbar zu machen.
🗓 In der Regel dienstags, 19:30 Uhr
📍 Konkrete Termine noch in Absprache
Mit dabei:
- Philipp Reubke, Co-Sektionsleiter der Pädagogischen Sektion am Goetheanum
- Harald Jäckel, Berater für Organisationsentwicklung (angefragt)
- Weitere folgen…
Sobald die konkreten Termine feststehen, werden sie unter Termine veröffentlicht.
B. Erfahrungsaustauschgruppe ‘Selbstverwaltung’
Einmal im Monat trifft sich eine feste Gruppe von Interessierten zum offenen Austausch über Fragen und Erfahrungen rund um das Thema Selbstverwaltung in Waldorfschulen.
Die Gruppe befindet sich derzeit im Aufbau. Ziel ist es, Lernprozesse, Herausforderungen und Erfolge im Umgang mit demokratischen Strukturen gemeinsam zu teilen und weiterzuentwickeln.Langfristig entsteht dabei auch eine Sammlung von Empfehlungen zu Artikeln, Büchern und anderen Materialien, die Eltern und Kollegien bei der Mitgestaltung der Schule unterstützen können.
✦ 2. Dialogräume: Demokratie leben
In einer zunehmend polarisierten Gesellschaft stehen auch Waldorfschulen vor der Frage:
Wie politisch dürfen, wollen oder müssen wir sein?
Wie gestalten wir den Dialog über zentrale gesellschaftliche Themen – ohne Angst, ohne Lagerdenken?
Zwei Perspektiven helfen, das Thema differenziert zu betrachten:
A. Die Aufgabe von Schule – und der Waldorfschule
Was ist der Bildungsauftrag in einer demokratischen Gesellschaft?
Wie kann Schule zur Stärkung von Dialogfähigkeit und Urteilsbildung beitragen?
Der Freiheitsimpuls Rudolf Steiners fordert uns heraus:
Wie gelingt es, individuelle Entwicklung zu fördern und zugleich gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen?
B. Gelebte Werte im Schulalltag
Welche Werte leben wir im Miteinander – im Kollegium, im Elternkreis, mit den Schülerinnen und Schülern?
Welche Regeln geben wir uns selbst, welche sind gesetzlich vorgegeben?
Und wie offen und vielfältig sind unsere Räume wirklich?
Anregung: Einladende Fragen statt fertiger Antworten
Wie bewegen wir Themen wie Rassismus oder gesellschaftliche Spaltung – vielleicht anders als bisher?
Was sind die richtigen Fragen, die Raum brauchen?
Welche Formate und Partner helfen, diese Fragen offen zu bewegen?
✦ 3. Mit der Jugend Zukunft gestalten

Wenn wir über Demokratie sprechen, sprechen wir oft über junge Menschen – aber viel zu selten mit ihnen. Entscheidungen werden getroffen, Strukturen vorgegeben – und die Jugend bleibt außen vor.
Gerade an Waldorfschulen, die aus dem Jugendkurs heraus die Impulse der Jugend ernst nehmen (müssten?), stellt sich die Frage:
Wie können wir gemeinsam mit Jugendlichen Zukunft gestalten – auf Augenhöhe und mit echtem Gestaltungsraum?
Wir stehen im Austausch mit der Youth Section am Goetheanum, deren Format Structures for Freedom im Juli 2025 am Goetheanum (Foto) inspirierende Impulse gegeben hat, dem Reallabor Friedliche Bildungsrevolution in Leipzig sowie weiteren Partnern konkret aus dem Landkreis Görlitz.
Der nächste Schritt:
Mit Oberstufenlehrkräften, der Pädagogischen Forschungsstelle beim BdFWS und Jugendlichen selbst ins Gespräch kommen – um gemeinsam Ideen für Formate zu entwickeln.
Ein Vorschlag: ein Planspiel „Demokratie anders denken“, inspiriert vom Planspiel Wirtschaft anders denken aus Ismaning.
